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Frühwarnsystem MIGROMAT®

Ein MIGROMAT® besteht aus zwei jeweils 4 m langen Becken, die von Flusswasser durchströmt werden und in denen 60 Indikatoraale etwa 7 Monate lang gehältert werden. Jeder Aal ist mit einem 12x2 mm kleinen RFID-Transponder individuell markiert. Im Innern der Becken befinden sich Trennwände mit einer Öffnung, die von einer RFID-Antenne überwachten wird, um die Bewegungsmuster der Aale aufzuzeichnen. Analysiert der PC charakteristische Verhaltensänderungen und werden bestimmte Schwellenwerte überschritten, alarmiert das Frühwarnsystem die Kraftwerkszentrale. Auf diese Weise kann rechtzeitig vor dem Eintreffen abwandernder Flussaale am Kraftwerksstandort ein ASB eingeleitet werden. Am Ende einer Betriebssaison werden die Aale wieder in die Freiheit entlassen.

Zahlreiche und unabhängig durchgeführte Monitoringuntersuchungen bescheinigen dem MIGROMAT®, dass mindestens 75, jedoch zumeist bis über 90 % der abwandernden Aale an einem Wasserkraftstandort geschützt werden können. Aktuell werden insgesamt 12 dieser Frühwarnsysteme an den Flüssen Regnitz, Main, Fulda, Werra und Weser in Deutschland sowie an Maas und Lek in den Niederlanden betrieben.

Publikationen

ADAM, B. & U. SCHWEVERS (2019): Effizienz des aalschützenden Betriebs der Kraftwerke Offenbach und Kesselstadt. - Wasserwirtschaft 109 (in Vorbereitung).

ADAM, B. (2018): Mit dem Frühwarnsystem MIGROMAT® abwandernde Aale schützen. - ZEK 6/2018, 68- 70.

THALMANN, M. (2014): Aalschonendes Betriebsmanagement. - Düsseldorf (Statkraft Markets GmbH), 33 S.

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